Lehrveranstaltungen
Im ersten Projektjahr (1./2. Semester) finden die Seminare „Linguistische Texttheorie“ (Leitung: Dr. Franc Wagner) und „Literaturwissenschaftliche Texttheorie“ (Leitung: Prof. Gernot Müller) statt sowie das Seminar „Norm und Ritual“ unter der Leitung von Prof. Karénina Kollmar-Paulenz. Hinzu kommen die beiden Blockseminare „Kognitive Metapherntheorie“ (Leitung: Dr. Franc Wagner) und „Gattung und Stil“ (Leitung: Prof. Gernot Müller) sowie ein Workshop zu den sogenannten "generic skills" für angehende Forscher (in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Lehre der Universät Luzern).
SEMINAR „Linguistische Texttheorie"
Leitung: Dr. Franc Wagner
Zeit: Do/Fr., 13h15-16h
Ort: Raum SK 505, St.-Karliquai 12, Luzern;
Dauer: zweiwöchentlich, 4. März bis 27. Mai 2010
Der Text bildet die theoretische und empirische Grundlage der am ProDoc „Text und Normativität" beteiligten Disziplinen und ist zugleich Analysegegenstand der einzelnen Teilprojekte. In der Linguistik ist ‚Text’ zwar ein Grundbegriff, aber es existiert dafür keine einheitliche und verbindliche Definition. Zu umfangreich und bedeutsam ist der Begriff, als dass er sich unter eine einfache definitorische Formel subsumieren liesse. Unterschiedliche Herangehensweisen fokussieren verschiedene Aspekte von Text und entwerfen jeweils eigene Kriterien für dessen Bestimmung.
Im Seminar „Texttheorien" soll der Grundbegriff ‚Text’ in verschiedenen Variationen und aus unterschiedlichen Gesichtspunkten beleuchtet werden. Die Überlieferbarkeit von Texten ist bspw. eng mit der Entstehung der Schrift verbunden. Neben den Grundlagen und den wichtigsten Texttheorien aus der Linguistik sollen auch Textauffassungen aus weiteren am ProDoc beteiligten Disziplinen vermittelt werden. Die Sitzungen werden von ExpertInnen aus den jeweiligen Fachbereichen gestaltet.
Themen und ReferentInnen der Sitzungen:
1. (Do 4. März) Grundbegriffe der Textlinguistik: Dr. Franc Wagner (Zürich)
2. (Do 18. März) Schrift und Schriftlichkeit: Odile Endres, M.A. (Greifswald)
3. (Do 1. April) Textauffassungen in der Semiotik: Prof. Dr. mult. Ernest W. B. Hess-Lüttich (Bern)
4. (Fr 16. April) Text und Textualität: Prof. Dr. Heiko Hausendorf (Zürich)
5. (Fr 30. April) Textualität – Muster und Norm: Dr. Wolfgang Kesselheim (Zürich)
6. (Fr 14. Mai) Textauffassungen in der Philosophie: Dr. Christoph Staub (Basel)
7. (Do 27. Mai) Textauffassungen in der Rechtswissenschaft: Prof. Dr. Angelo Garovi (Basel)
BLOCKSEMINAR „Kognitive Metapherntheorie"
Leitung: Dr. Franc Wagner
Zeit: 28.4.2010 von 9.15-13 h und von 15-17 h
29.4.2010 von 10.15-13 h und von 15-17 h
Ort: Mittwoch und Donnerstag Morgen: Raum 2.01 Union, Löwenstrasse 16, Luzern / Donnerstag Nachmittag: Raum R 0.03 Residenz, Hofstrasse 9, Luzdern
Dauer: Zweitägig in der zweiten Semesterhälfte
Die Metapher ist eine wichtige Einheit in der Analyse von Texten in allen am ProDoc „Text und Normativität" beteiligten Disziplinen. Die Analyse der Metapher kann unter linguistischen, literaturwissenschaftlichen, theologischen oder philosophischen Aspekten erfolgen und zeitigt jeweils unterschiedliche Ergebnisse. In den 1970er-Jahren entwickelten George Lakoff und Mark Johnson eine kognitive Metapherntheorie, die das Potenzial enthält, für alle Disziplinen in ähnlicher Weise produktiv einsetzbar zu sein. Die Metapher wird dabei nicht als isoliertes sprachliches Mittel betrachtet, sondern mehrere in einem Text verwendete Metaphern werden zu einem Metaphernmodell zusammengefasst. Dieses Modell kann auf der kognitiven Ebene interpretiert werden und es lassen sich mit dessen Hilfe kohärenzbildende, integrative und evaluative Aspekte eines Textes analysieren, die an der sprachlichen Oberfläche u. U. nicht manifest werden.
Das Blockseminar soll in kompakter Weise die Grundlagen der kognitiven Metapherntheorie und deren Unterscheidung von den klassischen Metapherntheorien vermitteln. Als Anregung für die Verwendung eines kognitiven Metaphernbegriffs in den Teilprojekten sollen wichtige Konsequenzen aus der kognitiven Orientierung des Ansatzes aufgezeigt werden. Das Vorstellen exemplarischer Metaphernanalysen soll Einblick in die empirische Arbeit mit dem kognitiven Metaphernansatz gewähren.
Literatur:
Johnson, Mark & Lakoff, George (1982). Metaphor and Communication. In: Linguistic
Lakoff, George (1987). Woman, Fire and Dangerous Things. What Categories Reveal about the Mind.
Lakoff, George & Johnson, Mark (1980). Metaphors we live by.
