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Reihe

Unter dem Titel "ReligionsRecht im Dialog" gibt Prof. A. Loretan seit 2005 eine neue Buchreihe heraus. Als Editorial zum ersten Band schreibt er:

Das Grundrecht der Religionsfreiheit eröffnet neue Denkhorizonte und Kontexte für die Kirchen und andere Religionsgemeinschaften. Sie sind herausgefordert, in Dialog zu treten mit der freiheitlich-demokratischen Rechtskultur. Für ein friedliches Zusammenleben müssen die Religionsgemeinschaften ihr Verhältnis zum liberalen Staat, zu anderen Religionsgemeinschaften und zur zunehmend säkularen Gesellschaft neu bestimmen.

Wer sich heute in den Kirchen und Religionsgemeinschaften mit Rechtsfragen auseinander setzen will, darf keine reine Binnenperspektive einnehmen, sondern muss das religiöse Recht in Beziehung setzen, muss sich mit staatlichem Recht beschäftigen, muss Anregungen aus Humanwissenschaften, Ökonomie und anderen Disziplinen aufnehmen. Zu diesem Dialog hat das Zweite Vatikanische Konzil die ganze theologische Wissenschaft aufgerufen, als es festhielt: „In der Seelsorge sollten nicht nur theologische Prinzipien, sondern auch die Ergebnisse der profanen Wissenschaften … wirklich beachtet und angewendet werden.“ (GS 62). Rechtsüberlegungen sind vor den Lebenswelten der Menschen so zu formulieren, dass sie anschlussfähig sind.

An der Professur für Kirchenrecht und Staatskirchenrecht der Universität Luzern ist seit 1996 ein Dialog zwischen verschiedenen Disziplinen gewachsen. Es begann mit einem gemeinsamen Seminar mit der Juristischen Fakultät und der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Basel, das wir bis heute jährlich einmal durchführen. Es folgten praxisorientierte Lehrveranstaltungen mit Betriebswirschaftern, später auch interdisziplinäre Lehrveranstaltungen mit Politologen, Religionswissenschaftlern und Rechtsphilosophen.

Der vorliegende Band ist eine Frucht dieses Gesprächs. Die damit beginnende Reihe will diesen Dialog mit verschiedenen Themen weiterführen. Der Titel „ReligionsRecht im Dialog“1 stellt dabei eine Kurzformel dar: In der Reihe soll sowohl das Recht der Religionsgemeinschaften (z.B. kanonisches Recht) als auch das staatliche Recht in religiösen Angelegenheiten (Staatskirchenrecht, bzw. Religionsrecht) Platz finden. Es geht darum, Organisations- und Rechtsfragen der Kirchen und Religionsgemeinschaften im Dialog verschiedener Disziplinen zu durchdringen und zeitgemässe Lösungen zu finden. Diese sollen dann einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Durch Begegnung zwischen den Disziplinen entstehen neue Ausblicke, was den Reiz eines wissenschaftlichen Studiums ausmacht, das sich mit intellektueller Neugier auf das Abenteuer des Geistes einlässt. Denken im Dialog wird in Zukunft bestimmend sein.

Prof. Dr. Adrian Loretan

1 Zur Zitation der Reihe “ReligionsRecht im Dialog“ schlagen wir das Kürzel RRD vor.
 

Bände in der Reihe "Religionsrecht im Dialog":

"Teaching about religion" - Religionskunde im Vergleich Rechtsvergleichende und verhandlungstheoretische Betrachtung von integrierter Religionskunde in Frankreich und Religionskunde als gesondertem Fach im Kanton Zürich

Karin Furer
Reihe: ReligionsRecht im Dialog, Bd. 13, hrsg. von Adrian Loretan, 320 S., 31.90 EUR, br., ISBN 978-3-643-80116-6

Models of Religious Freedom Switzerland, the United States, and Syria by Analytical, Methodological, and Eclectic Representation

Marcel Stüssi
Reihe: ReligionsRecht im Dialog, Bd. 12, hrsg. von Adrian Loretan,
536 S., 62.90 EUR, gb., ISBN 978-3-643-80118-0

Vernunft und Herrschaft. Die kanonischen Rechtsquellen als Grundlage natur- und völkerrechtlicher Argumentation im zweiten Prinzip des Traktates Principia quadam des Bartolomé de Las Casas

Patrick Huser
Reihe: ReligionsRecht im Dialog, Bd. 11, hrsg. von Adrian Loretan
LIT Verlag Wien/Zürich/Berlin/Münster 2011
266 S., EUR 25.90 (DE), sfr 39.90 (freier Pr.)

L´organisation d´une région diocésaine - Question sde droit canonique et de droit ecclésiastique à l´éxemple de la région Berne-Jura-Soleure (Ste-Vérène) du diocèse de Bâle

Marie-Andrée Beuret
Reihe: ReligionsRecht im Dialog, Bd. 8, hrsg. von Adrian Loretan.
LIT Verlag Münster 2008.

Hat die „Gemeindeleiterin“ eine Leitungsfunktion? Rechtliche Möglichkeiten der Anwendung der cc. 129 § 2 und 517 § 2 CIC/1083

Michèle Adam Schwartz
Reihe: ReligionsRecht im Dialog, Bd. 7, hrsg. von Adrian Loretan.
LIT Verlag Münster 2008.

Prozessmanagement für seelsorgliche Aufgaben - Am Beispiel der katholischen Kirche in Deutschland

Band 6 Band 6 Richard Götz
Reihe: ReligionsRecht im Dialog, Bd. 6, hrsg. von Adrian Loretan
LIT Verlag Münster 2007, 144 S., br., 17.90 €, ISBN 978-3-8258-0159-5

Die katholische Kirche steht vor großen pastoralen Aufgaben und zugleich in einer schwierigen finanziellen und personellen Situation. Sie muss bestrebt sein, die schwindenden Ressourcen optimal zu nutzen, um ihre Ziele zu einem möglichst hohen Grad zu erreichen. Kontraproduktiv sind dabei die vorhandenen Managementschwächen. Prozessmanagement ist ein Konzept, das eine Organisation verändert und entwickelt, indem es auf die Prozesse der Leistungserstellung, auf den Kundennutzen und auf die Mitverantwortung der Beschäftigten fokussiert. Wenn Prozessmanagement auf die pastorale Tätigkeit der Kirche angewendet wird, ergeben sich auch hier optimierbare Kern- und Unterstützungsprozesse. Die Verbesserung dieser Prozesse erweist sich als ein Mittel, den Handlungsspielraum seelsorglicher Tätigkeit und damit die Zukunftsfähigkeit der Kirche zu sichern.

Dr. theol. Richard Götz ist Hochschulpfarrer an der TU München. Zuvor war er in der Gemeindeseelsorge tätig und absolvierte daneben einen Master-Studiengang in Wirtschaftsinformatik.

Spitalseelsorge im Wandel

Band 5 Band 5 Rudolf Albisser, Adrian Loretan (Hg.)
Reihe: ReligionsRecht im Dialog, Bd. 5, hrsg. von Adrian Loretan
LIT Verlag Münster 2007, 136 S., br., 19.90 €, ISBN 978-3-8258-9358-3

Visitation und Controlling in der Kirche - Führungshilfen des kirchlichen Managements

Band 4 Band 4 André Zünd
Reihe: ReligionsRecht im Dialog, Bd. 4, hrsg. von Adrian Loretan
LIT Verlag Münster 2006, 128 S., br., 17.90 €, ISBN 3-8258-9351-0

Können Wissen und Erfahrungen im weltlichen Bereich auf den Gebieten von Revision und Controlling auch für die Kirchenführung nützlich sein? Schliesslich sind grössere kirchliche Institutionen ebenso komplexe Gebilde wie weltliche Organisationen. Die Visitation ist ein altes, im kanonischen Recht verankertes Aufsichtsrecht des Bischofs, das aus den Erfahrungen vor allem der internen Revision Nutzen ziehen kann. Das Controlling, das in den letzten Jahren einen Siegeszug durch alle wirtschaftlichen Systeme gehalten hat, blieb in der Führung grösserer kirchlicher Sozialsysteme wie Orden, Bistümer, Dekanate und Pfarreien bisher praktisch unbekannt. Es wird geprüft, ob nicht auch das Controlling für die Kirchenleitung dienstbar gemacht werden kann. Visitation und Controlling sind Führungshilfen, die die sich anbahnende interdisziplinäre Annäherung von Betriebswirtschaftslehre und Theologie auf einem praktischen Gebiet umsetzen.

Prof. Dr. oec. et Dr. phil. André Zünd, dipl. Wirtschaftsprüfer, war fünfzehn Jahre lang als Wirtschaftsprüfer, Steuerexperte und Leiter einer Konzernrevision in der wirtschaftlichen Praxis tätig, bevor er während rund zwanzig Jahren Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Revisions- und Treuhandwesen, an der Universität St. Gallen (HSG) war. Nach seiner Emeritierung studierte er Allgemeine Geschichte und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Zürich und promovierte mit einer reformationsgeschichtlichen Doktorarbeit.

Kirche zwischen Auftrag und Bedürfnis - Ein Beitrag zur ökonomischen Reflexionspespektive in der Praktischen Theologie

Band 3 Band 3 Cla Reto Famos
Reihe: ReligionsRecht im Dialog, Bd. 3, hrsg. von Adrian Loretan
LIT Verlag Münster 2005, 320 S., br., 29.90 EUR, ISBN 3-8258-8782-0
Habilitation der Universität Zürich

In den letzten Jahren ist oft versucht worden, betriebswirtschaftliche Methoden für das kirchliche Handeln fruchtbar zu machen. Wie sind diese Ansätze zu bewerten? Welche Bedeutung und welche Grenzen haben ökonomische Modelle im Leben der Kirche? Diese Fragen werden hier zugleich grundlegend und exemplarisch bearbeitet und einer vorläufigen Klärung zugeführt, indem an ausgewählten Punkten die Verbindungslinien und die Spannungen zwischen der ökonomischen Perspektive und der Praktischen Theologie dargestellt werden.

Dr. iur. Cla Reto Famos (1966) war fünf Jahre im Pfarramt. Er ist Geschäftsführer der Schweizerischen Studienstiftung und Privatdozent an der Theologischen Fakultät Zürich.

Gleichstellung der Frau in Staat und Kirche - ein problematisches Spannungsverhältnis

Band 2 Band 2 Stella Ahlers
Reihe: ReligionsRecht im Dialog, Bd. 2, hrsg. von Adrian Loretan
LIT Verlag Münster 2006, 217 S., br., 19.90 €, ISBN 3-8258-8751-0

Die Gleichstellung der Frau wird in der römisch-katholischen Kirche noch nicht gewährt. Damit stellt sich nicht nur diese Religionsgemeinschaft in einen Widerspruch zum Gleichstellungsrecht vieler Länder. Kann der Staat auf seinem Terrritorium gleichstellungsfreie Räume zulassen? Werden nationale und internationale Gerichte diese Haltung teilen? Können Kirchen Menschenrechte glaubwürdig fordern, wenn sie Frauen in ihrem Binnenbereich die vollständige Rechtsgleichheit verweigern? Die Autorin bringt Rechtswissenschaft und Theologie miteinander ins Gespräch. Dieser interdisziplinäre Dialog bietet neue Denkmodelle zur Lösung anstehender Fragen.


Kirchliches Management – Grundlagen und Grenzen

Band 1 Band 1 Pius Bischofberger
Reihe: ReligionsRecht im Dialog, Bd. 1, hrsg. von Adrian Loretan
LIT Verlag Münster 2004, 160 S., br., 17.90 €, ISBM 3-8258-7985-2

Die Kirche im westlichen Europa sieht sich mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse werden zusehends komplexer, was sich zwangsläufig auf die Kirche – als Teil dieser Welt – auswirkt. Vor allem von theologischer Seite wird deshalb der Ruf nach betriebswirtschaftlicher Hilfestellung für die Kirchenleitung immer deutlicher vernehmbar. Gleichzeitig wird von derselben Seite Kritik an der Übernahme von Begriffen und Methoden aus dem betriebswirtschaftlichen Arsenal geübt. Diese Situation bot den Anstoss, an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern ein Pilotseminar zum Thema Kirchliches Management durchzuführen, das zugleich die Ausgangslage für den vorliegenden Band bildet. Er vermittelt einen vertieften Einblick in die Grundlagen einer pastoralen Unternehmungsführung. Die Grenzen der Anwendung betriebswirtschaftlicher Erkenntnisse leiten sich vom Proprium der Kirche ab.

Zu den wichtigsten Grundlagen für dieses Buch gehören gesamtkirchliche Dokumente, insbesondere die Kirchenkonstitutionen des II. Vatikanischen Konzils „Lumen gentium“ und „Gaudium et spes“ sowie der Pastorale Orientierungsrahmen Luzern „Eine Kirche, die dem Leben dient“ (POL 2003) und der entsprechende Grundlagentext 1998. Das Anliegen des Autors besteht darin, die in den Artikeln 4 und 8 von „Lumen gentium“ enthaltene Grundspannung zwischen Gemeinschaft und Dienstleistung (communio et ministratio), dem geistlichen und weltlichen Element der Kirche, d.h. zwischen geistgewirkter Führung der Kirche und ihrer Führung als irdische Institution deutlich zu machen. Betriebswirtschaftliche Erkenntnisse sind ausschliesslich für den Dienstleistungscharakter der Kirche, für die Institution, relevant. Diese Unterscheidung wird bisher nicht oder nur unzureichend vorgenommen, weshalb es immer wieder zu Missverständnissen und falschen Schlussfolgerungen kommt, wie etwa die Kirche sei keine Unternehmung, das Evangelium lasse sich deshalb nicht vermarkten. Demgegenüber setzt sich die Einsicht immer mehr durch, in der kirchlichen Arbeit sei auf allen Ebenen „den Grundsätzen moderner Unternehmensführung grössere Aufmerksamkeit zu schenken“ (POL, Grundlagentext, S. 37).