Profil
Wissenschaftsforschung in Luzern verbindet historische und wissenschaftstheoretische Fragestellungen unter der Perspektive einer historischen Epistemologie. Ergänzt um Ansätze der „Science Studies“ werden Geschichte und Gegenwart der Wissenschaften als ein epistemologisches Labor verstanden, in dem Formen wissenschaftlicher Erkenntnis untersucht werden. Unter dieser Prämisse wird das Phänomen ‚Wissenschaften’ als geschichtlich veränderliche, je nach Kontext und Gegenstand variable Erkenntnisform begriffen, deren Produkte nach ihren Umständen und Bedingungen zu erfassen sind.
Im Mittelpunkt der Lehre steht die Auseinandersetzung mit den Grundlagen und Praktiken wissenschaftlichen Wissens. Darüber hinaus wird die Rolle wissenschaftlichen Wissens sowohl im politischen Entscheidungsprozeß als auch im Alltag verfolgt. Im Rahmen des Integrierten Studiengangs Kulturwissenschaften (ISK) wird auf Masterebene ein Abschluß in Kulturwissenschaften mit dem Majorfach Wissenschaftsforschung angeboten. In den anderen MA- sowie in den BA-Studiengängen der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät sind die Veranstaltungen der Professur, wenn nicht anders ausgewiesen, als freie Studienleistungen anrechenbar.
Thematisch konzentriert sich die Arbeit der Professur auf zwei größere Bereiche:
Erstens wird das Feld der Lebenswissenschaften in den Blick genommen; in der zeitlichen Rahmung von der Herausbildung aus der Naturgeschichte (Botanik, Zoologie), Anatomie und praktischen Medizin bis zu seiner aktuellen Ausdifferenzierung.
Zweitens legen wir einen Akzent auf die Auseinandersetzung mit den Geisteswissenschaften (Kultur- und Sozialwissenschaften) seit ihrer Formierung im Seminar als Arbeits- und Organisationseinheit während des 19. Jahrhunderts.
Mit dem Fokus auf die Lebenswissenschaften wird ein Bereich wissenschaftlicher Aktivitäten herausgegriffen, der in mannigfaltiger tiefgreifender, oft sehr persönlicher Weise die heutigen Lebensumstände bestimmt und dauernde Präsenz im öffentlichen Raum besitzt.
Im Blick auf die Geisteswissenschaften sollen die heute zentralen theoretischen und methodischen Impulse der Wissenschaftsforschung auf ihren Ausgangsbereich zurückgeführt werden. Bislang vernachlässigt, wollen wir mit einer Wissenschaftsforschung der Geistes- und Sozialwissenschaften die Interaktion von Gegenstandskonstitution, Forschungspraktiken und materiellen Einrichtungen der Wissensproduktion beispielsweise in den Philologien oder in der Soziologie untersuchen.
Die aktuellen Forschungsschwerpunkte und ausgewählte Publikationen finden Sie hier.
Hinweise auf Forschungswerkzeuge und Onlinearchive sind unter Links & Tools aufgeführt.
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