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Geschichte und Profil der Luzerner Politologie

Geschichte und Entwicklung
jung - aufstrebend - vernetzt

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Das Politikwissenschaftliche Seminar der Universität Luzern ist das jüngste Seminar für Politikwissenschaft in der Schweiz. Im Frühjahr 2006 wurde das Seminar mit der Berufung von Prof. Dr. Sandra Lavenex auf den Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Global Governance gegründet. Im Herbst 2006 nahm es den Lehrbetrieb auf. Seitdem befindet es sich in einem kontinuierlichen Wachstumsprozess, der einerseits dazu genutzt wird, die Breite des politikwissenschaftlichen Angebots in Forschung und Lehre zu vergrössern, zum anderen aber auch dazu, das spezifische Profil des Seminars auszubauen.
Im Herbstsemester 2008 wurde Prof. Dr. Joachim Blatter auf die Ordentliche Professur für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt politische Theorie berufen und im Herbstsemester 2009 wurde Herr PD Dr. Andreas Balthasar, der seit dem Jahr 2007 als Lehrbeauftragter für Schweizerischen Politik am Seminar tätig ist, der Titel eines Titularprofessors verliehen. Seit dem Frühjahrssemester 2010 trägt André Bächtiger als Förderprofessor des Schweizerischen Nationalfonds zur Stärkung der Luzerner Politikwissenschaft bei. Schwerpunkte seiner Forschung und Lehre sind die Bereiche Deliberative Demokratie, Vergleichende Politikwissenschaft und Methoden. Gemäss einem Beschluss der Kultur- und sozialwissenschaftlichen Fakultät wird das Politikwissenschaftliche Seminar in Kürze um eine ordentliche Professur im Bereich Politik und Kommunikation erweitert.
Das Politikwissenschaftliche Seminar wächst aber nicht nur durch neue Professuren und deren MitarbeiterInnen, sondern erweitert sein Angebot und seine Ausstrahlung auch durch die Vernetzung mit anderen Universitäten im In- und Ausland. Durch die relativ hohe Anzahl von externen Lehrbeauftragten, die hier lehren, konnten zuerst Verbindungen zur Praxis und zu den benachbarten schweizerischen Universitäten Zürich, Bern und St. Gallen geknüpft werden. Seit dem Herbstsemester 2008 kommen auch regelmässig renommierte Lehrbeauftragte unter anderem vom Europäischen Hochschulinstitut in Florenz und vom Wissenschaftszentrum in Berlin nach Luzern.
Im Bereich der Studiengänge stand zu Beginn die Etablierung des Bachelors in Politikwissenschaften auf dem Programm, der in Luzern als Hauptfach (Major) und als Nebenfach (Minor) studiert werden kann. Ausserdem beteiligt sich die Luzerner Politikwissenschaft intensiv an den interdisziplinären Studiengängen "Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften" und "Kulturwissenschaften". Unter der Führung des Politikwissenschaftlichen Seminars wurde im Herbstsemester 2009 der eigenständige Masterstudiengang "Weltgesellschaft und Weltpolitik" gestartet; dieser Studiengang entwickelte sich in kürzester Zeit zum grössten Masterstudiengang der KSF. Ab dem Herbstsemester 2011 kann man aber auch Politikwissenschaft als Major-Fach im Master studieren. In Vorbereitung ist die Einrichtung eines Dual-Degree Masterprogramms mit einer kanadischen Universität.

Wissenschaftliches Profil
internationale Ausrichtung - ausgezeichnetes Niveau - grundlegende sowie praxisrelevante Fragestellungen

Bild Im Zentrum der politikwissenschaftlichen Forschung und Lehre in Luzern stehen die Phänomene der Globalisierung, Transnationalisierung und Europäisierung der Politik und deren Konsequenzen für unser Verständnis und für die Funktionsweise von Staat und Demokratie. Das Zusammenspiel zwischen verschiedenen politischen Ebenen wird unter den Begriffen Glokalisierung und Mehrebenenverflechtung analysiert. Die Luzerner Politikwissenschaft setzt in diesem Kontext einzigartige Schwerpunkte, wie sie in der Deutschschweiz sonst kaum zu finden sind:
  • Der Wandel der Demokratie vor dem Hintergrund von Mehrebenensystemen, Migration und Medialisierung
  • Internationale Kooperation und Global Governance unter den Bedingungen institutioneller Komplexität
  • Migration und Staatsbürgerschaft
  • Die externen Effekte europäischer Integration auf  Drittstaaten und Internationale Organisationen
  • Deliberative Reformen im politischen System
  • Bürgerdiskussionen in der direkten Demokratie und der europäischen Union

Diese Forschungsschwerpunkte markieren nicht nur ein aussergewöhnliches Profil des Politikwissenschaftlichen Seminars, sie werden in Luzern auch auf einem herausragenden Niveau bearbeitet. Davon zeugen die Preise und Auszeichnungen, aber auch die eingeworbenen Drittelmittelprojekte.
Neben diesen Schwerpunkten, die sich mit grundsätzlichen Fragestellungen zum Wandel der Politik beschäftigen, gibt es am Seminar für Politikwissenschaft aber auch Forschung und Lehre mit direktem Praxisbezug. Dazu trägt insbesondere Prof. Dr. Andreas Balthasar bei, der einerseits als Leiter eines Politikberatungsbüros den Studierenden den Zugang zur Evaluationspraxis vermittelt und andererseits als Wissenschaftler zu den führenden Evaluationsforschern im deutschsprachigen Raum gehört.