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Kanon und Kanonisierung: Ein Schlüsselbegriff der Kulturwissenschaften im interdisziplinären Dialog

Der Begriff des Kanons ist in den letzten Jahren zu einem Schlüsselbegriff der Kulturwissenschaften geworden. Er bezeichnet hochverbindliche Formen kultureller Selbstvergewisserung, die im Medium der Schriftlichkeit besondere Prägnanz erfahren. Ein Kanon kann nicht fortgeschrieben und in seiner Gestalt verändert werden, eine kanonische Sammlung nicht durch neue Elemente ergänzt werden. Als Text in seiner Endgestalt kommt dem Kanon normative Kraft und Autorität zu. Er steht geradezu für die exemplarische Verdichtung des Verhältnisses von Text und Normativität.

Herausgegeben von Karénina Kollmar-Paulenz, Nikolaus Linder, Michele Luminati, Wolfgang W. Müller und Enno Rudolph. Basel: Schwabe Verlag, 2011.

Spielräume und Grenzen der Interpretation

Kulturen definieren sich über Texte, und sie definieren sich über Normen. In der Verschränkung beider Elemente - Text und Normativität - zeigen sich kulturformative Prozesse, die strukturell und historisch analysiert werden können: als Textualisierung von Normen, als Normativierung von Texten und als regulativer, normierter Umgang mit Texten. Dieser Umgang wird als Interpretation bezeichnet: Etwas Unbekanntes wird mit einem Bekannten erklärt und ermöglicht es auf diese Weise, texte zu verstehen. Jedes Textverständnis ist mithin interpretatorisch, jede Interpretation aber auch - pointiert gesagt - häretisch. Denn der Sinn des Textes bestimmt sich immer nach den Regeln, die seine Auslegung lenken.

Luminati, Michele; Müller, Wolfgang W., Rudolph, Enno; Linder, Nikolaus (Hrsg.): Spielräume und Grenzen der Interpretation : Philosophie, Theologie und Rechtswissenschaft im Gespräch. Basel: Schwabe, 2010.

Buchpublikation: Spielräume und Grenzen der Interpretation

Alter und Bildung

Lebenslanges Lernen prägt die moderne Gesellschaft. Lernen endet keinesfalls mit einem bestimmten Lebensalter. Die Bildung im Alter erhöht die Lebensqualität und hält soziale Kontakte aufrecht. In den westlichen Gesellschaften gewinnt die Frage nach Bildung im Alter an Bedeutung. Das Lesebuch behandelt das Thema der Bildung im Alter pluridisziplinär und umfasst einen interessanten Spannungsbogen - vom Recht auf Faulheit im Alter bis zur Frage der geistigen Fitness werden die anstehenden Fragen durch namhafte Forschende unterschiedlicher Disziplinen erörtert und kritisch reflektiert.

Der Band enthält u.a. Beiträge von: G. Böhme, V. Kessler, A. Kruse, H.-O. Mühleisen, L. Welker, C. Monteil, H.-J. Röllicke, H. Rüegger, P. Strasser und H.-J. Just.

Müller, Wolfgang W. (Hrsg.): Alter und Bildung. Fribourg: Academic press, 2010.

Buchpublikation "Alter und Bildung"
Simone Weil: Theologische Splitter

Das religionsphilosophische Denken Simone Weils bleibt anregend. Die Erfahrungen, die den Kontext für ihre Überlegungen zum christlichen Glauben bilden, sind immer noch aktuell, so z.B. das Phänomen der Entfremdung in der Arbeitswelt und die Gottvergessenheit in der Gesellschaft. Simone Weils Vorstellungen über den christlichen Charakter nicht- und vorchristlicher Religionen erhalten angesichts des interreligiösen Dialogs heute neue Brisanz. Der Autor stellt in diesem Buch die religionsphilosophischen Grundzüge vor, die sich durch das gesamte Werk Weils ziehen und eröffnet so einen ersten Zugang zum oft fremd wirkenden Denken der französischen Philosophin.

Müller, Wolfgang W.: Simone Weil : Theologische Splitter. Zürich: NZN bei TVZ, 2009.

Publikationen der Schriftenreihe Ökumenisches Institut Luzern

Bd. 8: Christentum und Islam : Plädoyer für den Dialog

Die Beziehung zwischen Christentum udn Islam ist seit längerer Zeit ein öffentliches Thema in Europa. Das Zueinander beider Religionen wird kontrovers behandelt. Theologische wie aussertheologische Faktoren bestimmen die Debatte. Im vorliegenden Band kommen die verschiedenen Stimmen dieser Debatte zu Wort: Religionswissenschaft, Theologie, Soziologie, Pädagogik, Politik und Kulturwissenschaften.

Müller, Wolfgang W. (Hrsg.): Christentum und Islam : Plädoyer für den Dialog. Zürich: NZN bei TVZ, 2009.
Mit Beiträgen von Farideh Akashe-Böhme, Samuel-Martin Behloul, Nevfel Cumart, Martin Jäggle, Saïda Keller-Messahli, Wolfgang Lienemann, Andreas Renz, André Ritter, Bülent Ucar, Reto Wehrli.


Bd. 7: Suche nach dem Unbedingten : Spirituelle Spuren in der Kunst

Kunst und Religion haben eine lange gemeinsame Geschichte. In der Moderne emanzipierte sich Kunst von der Religion. Dennoch stellen sich heute bildende Kunst, Literatur, Musik, Film, Architektur vermehrt die Frage nach dem Transzendenten, nach dem "was uns unbedingt angeht" (P. Tillich). In diesen Band wurden verschiedene Kunstrichtungen aufgenommen, die zugleich das ökumenische und und zum Teil interreligiöse Anliegen thematisieren, das die Beschäftigung mit der Kunst mit sich bringt.

Müller, Wolfgang W. (Hrsg.): Suche nach dem Unbedingten : Spirituelle Spuren in der Kunst. Zürich: NZN bei TVZ, 2008.
Mit Beiträgen von Josef Wohlmuth, Martin Hobi, Alois Koch, Gerhard Adler, Michaela Kopp-Marx, Madeleine Bieri, Louis Naef, Friedhelm Mennekes, Franz-Xaver Hiestand, Charles Martig und Wolfgang W. Müller.



Bd. 6: Horizontale Ökumene : Otto-Karrer-Vorlesungen zu Ökumene, Caritas und interreligiösem Dialog

Die Otto-Karrer-Vorlesung der Theologischen Fakultät der Universität Luzern geht auf einen Pionier der ökumenischen Bewegung in der Schweiz, Otto Karrer (1888-1976), zurück. In seinem Geiste äussern sich profilierte Stimmen aus Kirche, Gesellschaft und Politik. Dieser Band umfasst das Referat von Margot Kässmann, Cornelio Sommaruga und Wolfgang Schäuble.

Müller, Wolfgang W. (Hrsg.): Horizontale Ökumene : Otto-Karrer-Vorlesungen zu Ökumene, Caritas und interreligiösen Dialog. Zürich: NZN bei TVZ, 2007.

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Änderungsdatum: 19.09.2011