Lehrveranstaltungen von Rabbiner David Bollag, Ph.D.
Lehrveranstaltungen des aktuellen SemestersLehrveranstaltungen früherer Semester
Frühjahrssemester 2010
Hauptvorlesung
Systematische jüdische Bibelexegese
Die Vorlesung gibt eine systematische Gesamtübersicht über die jüdische Bibelexegese. Die unterschiedlichen Exegesearten und die bedeutendsten Exegeten aller Zeiten werden vorgestellt, sorgfältig analysiert und anhand ausgewählter Beispiele studiert und diskutiert.
Da die jüdische Bibelinterpretation sich nicht im Vakuum entwickelt hat, werden auch inner- und aussserjüdische religiöse, politische und gesellschaftliche Einflüsse, die auf die jüdische Exegese gewirkt haben, zur Sprache gebracht und genau untersucht.
Herbstsemester 2009
Hauptvorlesung
Jüdische Medizin-Ethik
Die grossen Fortschritte der Medizin werfen neue ethische und religiöse Fragen auf. Die religionsgesetzlichen Autoritäten des Judentums stellen sich diesen Fragen und geben Antworten darauf. In dieser Vorlesung werden jüdische Antworten zu ausgewählten Fragen der Medizin-Ethik vorgestellt und analysiert. (Gentechnologie, Schwangerschaftsverhütung, Definition des Todes, Organtransplantation, Sterbehilfe u.a.)
Frühjahrssemester 2009
Hauptseminar
Jüdische Philosophie des Mittelalters und der Neuzeit
Das Seminar bietet einen Gesamtüberblick über die Jüdische Philosophie des Mittelalters und der Neuzeit. Die wichtigsten Philosophen - von Moses Maimonides bis Moses Mendelssohn - und ihre Werke werden vorgestellt und diskutiert. Ausgewählte Textauszüge (auf Deutsch oder Englisch) werden gelesen und analysiert.
Herbstsemester 2008
Hauptvorlesung
Einführung in die jüdische Liturgie
Für den religiösen Juden ist das Gebet von zentraler existentieller Bedeutung. Es begleitet ihn auf Schritt und Tritt in seinem Alltag, am Schabbat und an den Feiertagen, sowie in allen wichtigen Situationen seines Lebens.
In dieser Vorlesung werden die wichtigsten Elemente der jüdischen Liturgie vorgestellt und sorgfältig diskutiert:
- Ursprung und Grund-Charakter des jüdischen Gebetes
- Hauptinhalte und innere Struktur des Gottesdienstes
- Geschichte und Entwicklung des Gebetes und Gebetsbuches (Siddurs)
- Das Gebet am Wochentag, Schabbat und Feiertag
- Fast- und Trauertage
- Sind Frauen verpflichtet zu beten?
- Thora- und Prophetenvorlesung
- Übersetzungen des Gebetsbuches und Sekundär-Literatur auf Deutsch
Es ist ein Besuch einer Synagoge vorgesehen.
Frühjahrsemester 2008
Hauptvorlesung
Jüdische Tradition und Moderne - Rabbiner Dr. Joseph B. Soloveitchiks dialektischer Syntheseversuch
Das jüdische Leben der Moderne ist andauernd mit der Frage konfrontiert, ob und wie das Judentum mit der zeitgenössischen Weltanschauung vereinbart werden kann. Rabbiner Dr. Joseph B. Soloveitschik (1903-1993) hat eine der interessantesten und einflussreichsten Antworten darauf entwickelt.
Soloveitchik entstammt einer grossen ost-europäischen Rabbiner-Dynastie und erhielt in seiner Jugend eine klassische Talmud-Ausbildung. Danach begab er sich nach Berlin, studierte dort Philosophie und promovierte mit einer Dissertation über Hermann Cohen. In den dreissiger Jahren wanderte er in die USA aus, um sich dort zum führenden modern-orthodoxen Rabbiner zu entwickeln.
In dieser Vorlesung werden ausgewählte Texte aus den Schriften Soloveitchiks studiert und analysiert, um seine originellen dialektischen Ansichten zum Verhältnis der jüdischen Tradition zur Moderne kennen zu lernen und zu verstehen.
Herbstsemester 2007
Hauptvorlesung
Einführung in die rabbinische Literatur
Die rabbinische Literatur ist das Fundament des Judentums. Alle Teile der jüdischen Tradition stützen sich auf sie und bauen auf ihr auf.
Die Vorlesung verleiht einen umfassenden Überblick über die gesamte rabbinische Literatur, von Mischna und Talmud über die wichtigsten Kommentare und Kodices des Mittelalters bis in die Neuzeit. Alle bedeutenden Werke, ihre Autoren sowie ihr Inhalt und Aufbau werden vorgestellt und anhand ausgewählter Texte untersucht.
Sommersemester 2007
Hauptvorlesung
Die Auslegung der Psalmen im Judentum
Hauptziel der Vorlesung ist ein vertiefender Blick in die jüdische Exegese der Psalmen.
Im religiösen jüdischen Leben sind die Psalmen von zentralster Bedeutung. Das spontane persönliche Gebet wie auch das liturgisch festgesetzte Gebet bestehen zu einem grossen Teil aus Psalmen. Ebenso werden bei vielen anderen religiösen jüdischen Anlässen – von der Beschneidung bis zur Beerdigung – Psalmkapitel rezitiert.
In dieser Vorlesung werden ausgewählte Kapitel der Psalmen genau analysiert. Die Kommentare und Übersetzungen jüdischer Exegeten vom Mittelalter bis zur Gegenwart werden vorgestellt, sorgfältig studiert und diskutiert. Dabei wird auch der christlich-jüdischen Polemik um die Psalmen eine gewisse Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Wintersemester 2006/2007
Hauptvorlesung
Religiöse Strömungen im zeitgenössischen Judentum. Eine Einführung in Geschichte und Gegenwart der jüdischen Reform und ihrer Gegner
Die Emanzipation der Juden in Europa im 19. Jahrhundert hat zu einer radikalen Veränderung der jüdischen Gesellschaft geführt. Durch die Emanzipation wurden die Juden dem Einfluss der geistigen Entwicklungen ihrer Umwelt ausgesetzt und direkt von ihnen beeinflusst. Das bewirkte, dass ein Teil der jüdischen Gelehrten das Judentum einer "Reformation" unterziehen wollte, während ein anderer Teil sich jeglicher Veränderung strikt widersetzte. Aus den Befürwortern und Gegnern der Reform sind unterschiedliche Strömungen innerhalb des Judentums entstanden.
In dieser Vorlesung werden die damaligen Argumente für und wider die Reform sorgfältig untersucht, um die heute in Amerika, Europa und Israel vertretenen Hauptströmungen des Judentums genau verstehen zu können.
Sommersemester 2006
Hauptvorlesung
Veränderungen in der Stellung der Frau im Judentum
In den letzten Jahren nehmen Geschwindigkeit und Umfang der Veränderungen der Stellung und Aufgaben der Frau im privaten und öffentlichen jüdischen Leben beinahe exponentiell zu. In dieser Vorlesung werden diese Veränderungen studiert. Zuerst werden die biblischen und rabbinischen Quellen, die die Grundlage für die geschlechtsspezifische Stellung bieten, sorgfältig und kritisch analysiert. Dabei werden sowohl die "Befreiung" der Frauen von gewissen Vorschriften der Thora diskutiert, wie auch ihre besondere Verpflichtung zum Thora-Studium. Danach wird untersucht, wie ausser- und innerjüdische Veränderungen die heutige rabbinische Interpretation veranlassen, die Stellung der Frau im Judentum neu zu definieren.
Wintersemester 2005/2006
Hauptvorlesung
Religion und Recht im jüdischen Leben. Inhalt und Ziel der Gesetze des Judentums
Gemäss der Bibel besteht der Auftrag des Menschen darin, "Gerechtigkeit und Recht" zu üben (Genesis 18,19). Die Vorlesung ist der Frage gewidmet, wie dieser Auftrag in der jüdischen Literatur verstanden und interpretiert worden ist, wie die Zielsetzung des Religionsgesetzes definiert wird. Dabei wird einer sorgfältigen Analyse der existentiellen Bedeutung der Gesetze des Judentums besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Sommersemester 2005
Spezialvorlesung
Einführung in die jüdische Liturgie
Für den religiösen Juden ist das Gebet von zentraler existentieller Bedeutung. Es begleitet ihn auf Schritt und Tritt in seinem Alltag, an den Feiertagen sowie in allen ausserordentlichen Situationen seines Lebens.
In dieser Vorlesung werden die wichtigsten Elemente der jüdischen Liturgie vorgestellt und sorgfältig diskutiert:
- Ursprung des jüdischen Gebetes
- Hauptinhalte und innere Struktur des Gottesdienstes
- Geschichte und Entwicklung des Gebetes und Gebetsbuches (Siddurs)
- Das Gebet am Wochentag, Schabbat und Feiertag; Gemeinsamkeiten und Unterschiede
- Sind Frauen verpflichtet zu beten?
- Thora- und Prophetenvorlesung
- Übersetzungen des Gebetsbuches und Sekundär-Literatur auf Deutsch
Wintersemester 2004/2005
Spezialvorlesung
Fragen der medizinischen Ethik aus Sicht des jüdischen Rechts (Halacha): Gentechnologie - Schwangerschaftsverhütung - Organtransplantation - Euthanasie
Die grossen Fortschritte der Medizin werfen neue ethische und religiöse Fragen auf. Die religionsgesetzlichen Autoritäten des Judentums stellen sich diesen Fragen und unterbreiten Antworten. In dieser Spezialvorlesung werden jüdische Antworten zu ausgewählten Fragen der Medizin-Ethik vorgestellt und analysiert (Gentechnologie, Schwangerschaftsverhütung, Abtreibung, Organtransplantation, Euthanasie u. a.).
Sommersemester 2004
Spezialvorlesung
Jesus im Talmud und in der neueren jüdischen Literatur
Seit der Entstehung des Christentums sind in den jüdischen Quellen aller Zeiten Aussagen über Jesus zu finden. Von der talmudisch-rabbinischen Literatur bis zur modernen wissenschaftlichen Forschung wird von jüdischer Seite Stellung genommen zum Begründer der neuen Religion.
In dieser Vorlesung werden die unterschiedlichen jüdischen Ansichten über Jesus vorgestellt und untersucht. Die Untersuchung soll primär theologischer Natur sein, doch auch der jeweilige historische Kontext wird zur Sprache kommen, ebenso wie die jüdisch-christliche Polemik allgemein und der Einfluss der Zensur.
Wintersemester 2003/2004
Hauptseminar
Einführung in die Philosophie der Halacha. Maimonides´ "Acht Kapitel" - Grundlegung zur jüdischen Religionsethik
Das erste grosse Werk Maimonides´ ist sein umfassender Kommentar zur Mischna, der ersten Sammlung der Halacha (des jüdischen Religionsgesetzes). Schon in diesem Frühwerk offenbart sich der ausserordentliche Genius des grossen Philosophen und Halachisten. Zum Mischna-Traktat "Awoth" - auf Deutsch als "Sprüche der Väter" bezeichnet - hat Maimonides eine ausführliche, acht Kapitel umfassende Einleitung verfasst. In diesen Kapiteln legt Maimonides das philosophische Fundament für eine jüdische Religionsethik, bezieht aber auch einige grundlegende theologische und psychologische Aspekte mit in die Diskussion ein. Die "Acht Kapitel" werden oft als eigenständiges Werk betrachtet und studiert. Der Hauptakzent wird auf der Text-Analyse liegen, auch die aristotelischen Quellen werden zur Sprache gebracht sowie die Rezeption bei dem modernen jüdischen Religionsphilosophen Yeschaiahu Leibowitz.
Sommersemester 2003
Spezialvorlesung
Jüdische Bibelexegese: Von der Bibel bis zur Moderne
Wintersemester 2002/2003
Spezialvorlesung
Halacha und Rationalismus. Maimonides´ philosophische Interpretation des jüdischen Religionsgesetzes im Kreuzfeuer der Kritik
Sommersemester 2002
Spezialvorlesung
Schritte und Stationen der Halacha. Studium der wichtigsten Quellen und Kodices des jüdischen Religionsgesetzes
Die Vorlesung verfolgt den langen Weg der Halacha von Bibel und Talmud bis zum Schulchan Aruch, dem im 16. Jahrhundert verfassten und bis heute verbindlichen Kodex des jüdischen Religionsgesetzes.
Ausgewählte Gesetze werden studiert und analysiert, um den komplexen Prozess der Kodifizierung der Halacha anhand der Primärliteratur kennen zu lernen und zu verstehen. Hebräischkenntnisse sind erwünscht, aber nicht Bedingung. Soweit möglich werden die Quellen auch in deutscher Übersetzung vorgelegt.
Wintersemester 2001/2002
Spezialvorlesung
Einführung in das jüdische Recht (Halacha)
