Navigation



Sie sind hier:

Hinweis des Monats - März 2007

Inhalt Edition der Akten aus dem Prozess gegen Galileo Galilei online zugänglich
 
Der aus Florenz stammende Mathematiker und Philosoph Galileo Galilei (1564-1642) lehrte von 1592 bis 1610 an der Universität Padua und setzte sich mit Fragen der Kosmologie auseinander. Aufgrund der gewonnenen Einsichten verwarf er die damals geltende, auf Ptolemäus (ca. 100-170) zurückgehende Erklärung des Sonnensystems und adoptierte jene, die Nikolaus Kopernikus (1473-1543) entwickelt hatte und die erst nach dessen Tod veröffentlicht worden war. Ein erster Konflikt mit dem Hl. Offizium führte 1616 zu einer Ermahnung. Ein zweiter Prozess fand 1633 statt: Galileis Lehre wurde verworfen, er selbst wurde gezwungen, ihr am 22. Juni 1633 feierlich abzuschwören. In der Naturwissenschaft setzte sich die verworfene Erklärung alsbald durch. Galileos Rehabilitierung durch die kirchliche Autorität erfolgte erst am 31. Oktober 1992. Der Konflikt ist ein bedeutender Meilenstein im Prozess, der zur Verselbständigung der Naturwissenschaften führte; er dient als Paradigma für die Darstellung der Entwicklung des Verhältnisses von Religion und Naturwissenschaft.
Inhalt Die Akten des zweiten Prozesses wurden 1984 von Sergio Pagano neu ediert:
Sergio M. Pagano – Antonio G. Luciani (Hrg.), I Documenti del Processo di Galileo Galileo (= Collectanea Archivi Vaticani 21), Città del Vaticano 1984.

Die Edition ist jetzt in vollem Umfang frei zugänglich:
http://asv.vatican.va/it/stud/download/CAV_21.htm

Text: Markus Ries

Redaktion der Website: Barbara Ulsamer
Letzte Aktualisierung: 02.03.2007
© Universität Luzern