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Forschungsschwerpunkte

1. Logistikrecht (Transport- und Vertriebsrecht)
2. Internationales und Europäisches Privat- und Wirtschaftsrecht
3. Schiedsgerichtsbarkeit


1. Logistikrecht (Transport- und Vertriebsrecht)

Der Forschungsschwerpunkt befasst sich mit dem Logistikrecht, in dem das Transport- und das transportrelevante Vertriebsrecht zusammengeführt werden. Dies entspricht auch einem Bedürfnis aus der Praxis, weil in der heutigen arbeitsteiligen Wirtschaft jeder Betrieb regelmässig vor entscheidenden "Make-or-Buy"-Entscheidungen steht. Im gesamten Produktionsprozess wird daher jeweils geprüft, ob die entsprechenden logistischen Dienstleistungen selber produziert oder bei Dritten einzukaufen sind. Bei diesen Outsourcing-Entscheiden stellen sich für alle beteiligten Unternehmen die Fragen der rechtlichen Schnittstellen und des Ausgleichs der Interessen beider Parteien. Die interne Produktions- und Vertriebslogistik muss in fremde Vertriebsstrukturen eingefügt, logistische Grundfragen entschieden und schliesslich die eingekauften und verkauften Güter transportiert werden.

Das Recht hat diese Entwicklungen in der Wirtschaft nur in Teilbereichen nachvollzogen: Auf der einen Seite beschränkt sich die rechtliche Analyse des Vertriebsrechts weitestgehend auf wettbewerbs- und immaterialgüterrechtliche Fragen, ein Logistikrecht ist – bis auf das Recht zur Lagerhaltung – weitgehend unbekannt. Auf der anderen Seite ist das Transportrecht sehr international ausgerichtet und steht einerseits mit der ihr eigenen unimodalen (d.h. auf die einzelnen Transportmedien beschränkten) Konzeption in einem schwer lösbaren Spannungsverhältnis zur wirtschaftlichen Realität und fügt sich andererseits mit der völligen Abschottung zu den übergreifenden Fragestellungen der Logistik und des Vertriebs nur ungenügend in eine übergreifende Betrachtungsweise. Schliesslich fügt sich auch das interne schweizerische Transportrecht nur ungenügend in diese wirtschaftliche Realität, weil die dem schweizerischen Recht innewohnende Unterscheidung zwischen Fracht-, Speditions- und Lagervertrag den heutigen Anforderungen schon länger nicht mehr gerecht wird. In der Praxis behelfen sich die Marktteilnehmer mit Branchenlösungen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen und damit mit Instrumenten des Privatrechts, die aber aufgrund zahlreicher zwingender Rechtsnormen insbesondere im internationalen Transportrecht an ihre Grenzen stossen.

Laufende Projekte:
- Logistikrecht in der Schweiz (Buchprojekt)
- Handbuch des Logistikrechts (Buchprojekt)
- Textbuch Logistikrecht in der Schweiz (Buchprojekt)
- Am 15. Oktober 2010 werden die 1. Luzerner Logistik- und Transportrechtstage durchgeführt (in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Alexander von Ziegler)


2. Internationales und Europäisches Privat- und
Wirtschaftsrecht


Andreas Furrer befasst sich seit jeher mit dem Internationalen und Europäischen Privat- und Wirtschaftsrecht. Das enge Verhältnis zwischen diesen den Europäischen Privatrecht und dem IPR hat er in seiner Habilitation (Zivilrecht im gemeinschaftsrechtlichen Kontext) aufgearbeitet. Er ist Gründungsherausgeber der Schriftenreihe "Europäisches Privatrecht" (Staempfli Verlag) und leitet die Forschungsstelle für Internationalisiertes und Europäisiertes Privatrecht (FIP). Er ist seit 2003 auch Mitglied des Coordinating Committees der Study Group on a European Civil Code (SGECC) und Mitherausgeber der Schweizerischen Zeitschrift für Internationales und Europäisches Recht (SZIER).

Neben anderen Veröffentlichungen ist Andreas Furrer Co-Autor des Lehrmittels zum Internationalen Privatrecht, das 2008 in zweiter Auflage im Verlag Schulthess erschienen (Mitautoren: Daniel Girsberger, Florence Guillaume, Dorothee Schramm). In Zusammenarbeit mit Daniel Girsberger und Kurt Siehr wurde 2007 das Grundlagenwerk "Internationales Privatrecht – Allgemeine Lehren" in der Reihe Schweizerisches Privatrecht neu verfasst (SPR, Band XI/1, bisher Frank Vischer / Andreas von Planta).

Laufende Projekte
- "Internationales Privatrecht – Besonderer Teil" in der Reihe Schweizerisches Privatrecht neu verfasst (SPR, Band XI/2), in Vorbereitung
- Tagung "Produktesicherheit in der anwaltlichen Praxis: Was bringt das neue Produktesicherheitsgesetz"? vom 26. März 2010
- Der revidierte Konsumentengerichtsstand, Vortrag an der Tagung zum Lugano übereinkommen vom 20. Mai 2010
- Schadensersatz im Kapitalmarktrecht, Tagung „Schadensersatz im europäischen Privat- und Wirtschaftsrecht“, 11./12. Juni 2010 in Würzburg


3. Schiedsgerichtsbarkeit

Andreas Furrer befasst sich sowohl wissenschaftlich als auch in der Praxis mit der Schiedsgerichtsbarkeit. Er leitet zusammen mit Daniel Girsberger seit 2003 das Luzerner Team des Willem C. Vis Moot-Courts und ist Mitbegründer der Swiss Arbitration Academy.

Laufende Projekte:
- Antrag für die ProDoc "Privatised Judiciary – Roles and Limits of International Arbitration in a Globalised World (in Zusammenarbeit mit Christoph Müller (NE) und Daniel Girsberger)