«Wie pfeift man das Johannesevangelium?»
‚Wozu lesen, wir können ja reden!’, schreibt Felicitas Hoppe in ihrem Roman ‚Johanna’, der weit mehr als die Geschichte der Jungfrau von Orleans erzählt. Im Rahmen von TeNOR spricht die Berliner Schriftstellerin über Autorität und Autorschaft, über Mündlichkeit und Schriftlichkeit, Eigensinn und Selbstzensur, Schöpfertum und Ordnungssinn, über die Kunst des Fluchens und darüber, wie man das Johannesevangelium pfeift, wenn man im Wald ungesicherter Überlieferung unterwegs ist, denn, so die Autorin in ‚Verbrecher und Versager’: ‚Die Ordnung von Fakten bringt die Menschheit wenig voran in ihrem verstockten Verhältnis zu Welt.’
Felicitas Hoppe
Felicitas Hoppe, weltweit gereiste Schriftstellerin, wurde 1960 als drittes von fünf Kindern in Hameln geboren und lebt als Schriftstellerin in Berlin. 1996 erschien ihr Debüt ‚Picknick der Friseure’, 1999 folgte, nach einer Weltumrundung auf einem Containerfrachtschiff, ‚Pigafetta’, danach ‚Paradiese, Übersee’ (2003), ‚Verbrecher und Versager’ (2004), ‚Johanna’ (2006), ‚Iwein Löwenritter’ (2008), ‚Sieben Schätze’ (Augsburger Vorlesungen/2009), ‚Der beste Platz der Welt’ (2009) und ‚Abenteuer – was ist das?’ (2010).
Hoppe wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, darunter u.a. mit dem ‚Aspekte Literaturpreis’ (1996), dem ‚Brüder Grimm Preis’ (2005), dem ‚Bremer Literaturpreis’ (2007), und zuletzt dem ‚Rattenfänger Literaturpreis’ ihrer Heimatstadt Hameln (2010). Sie war Poetikdozentin und Gastprofessorin in Wiesbaden, Mainz, Innsbruck, Augsburg, Göttingen und am Dartmouth College in New Hampshire und ‚Writer in Residence’ am Deutsche Haus in New York und an der Georgetown University in Washington DC, wo sie 2010 ein Seminar über ‚Glück und Geld’ unterrichtete.
Hoppes Werk, das im Fischerverlag in Frankfurt am Main erscheint, ist in zahlreiche Sprachen übersetzt. Im Frühjahr 2012 erscheint ihr Roman ‚HOPPE’.
