Laufende Projekte
- International Trade in Indigenous Cultural Heritage: Legal and Policy Issues
- Körperverfassungsrecht: Zur Rechtsstellung des menschlichen Körpers im biotechnologischen Zeitalter
- ProDoc "Text und Normativität" (TeNOR)
- Justizgeschichte des Schweizerischen Bundesstaates: Justizelite zwischen Recht und Politik, 1848-1998
- La città nascosta: Noto barocca
- Augen der Rechtsgeschichte
- Lehrbuch Europäische Verfassungsgeschichte
International Trade in Indigenous Cultural Heritage: Legal and Policy Issues
Prof. Dr. Christoph Beat Graberi-call
Das Forschungsprojekt untersucht das ungelöste Problem des Umgangs mit dem Handel von Artefakten, die einerseits Bestandteil des kulturen Erbes von indigenen Gemeinschaften darstellen und andererseits gleichzeitig Einkommen generieren für diese Gemeinschaften und ihre Künstler. Dabei beleuchtet das Projekt u.a. aus dem Blickwinkel des Geistigen Eigentums den Umgang mit materiellem und immateriellem Kulturerbe. Das Forschungsteam steht dabei in engem Kontakt mit wissenschaftlichen Partnern in Australien, Neuseeland, Kanada und den USA. Geplant sind mehrere Workshops in Luzern, und die Gesamtergebnisse werden abschliessend in Buchform publiziert.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.
Der erste Workshop ist für das Frühjahr 2011 geplant.
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Körperverfassungsrecht: Zur Rechtsstellung des menschlichen Körpers im biotechnologischen Zeitalter
Ass.-Prof. Vagias KaravasDer Titel des Habilitationsprojekts Körperverfassungsrecht ist kein blosses Wortspiel. Er verweist vielmehr auf ein aktuelles Bedürfnis, die Verhältnisse zwischen verschiedenen Akteuren, die sich um den menschlichen Körper herum artikulieren, rechtlich zu verfassen. Dieses Bedürfnis entsteht heute vor dem Hintergrund der Dekonstruktion der Grundunterscheidung zwischen Natur und Kultur durch die biotechnologische Forschung. Es ist nunmehr fast unmöglich mit Sicherheit zu bestimmen, ob beispielsweise Gensequenzen, die aus Körperstoffen und -substanzen gewonnen werden, Teil des genetischen Programms eines Menschen (also Teil der Natur) oder ob sie erfundene chemische Schablonen (also Teil der Kultur) darstellen, aus denen man Medikamente und Therapien entwickeln kann. Aus dieser Ungewissheit entstehen zwangsläufig Interessenkonflikte zwischen verschiedenen Akteuren (Spendern, Forschern, Finanzierern usw.), die alle den gleichen Gegenstand umkreisen: den fragmentierten
menschlichen Körper, der inzwischen als Basis für die Entstehung einer regelrechten Körper-Ökonomie fungiert. Bis anhin wird der Versuch unternommen, diese Konflikte durch gewisse Bereichsrechte (wie bspw. das Patentrecht) situativ zu lösen. Allerdings hat sich dieser Weg, wie viele Beispiele aus der Rechtsprechung zeigen, als wenig erfolgsversprechend erwiesen. Ziel des Projekts ist hingegen, auf rechtsvergleichender Basis eine umfassende dogmatische Grundlage zu kreieren, die für solche Konflikte eine angemessene Lösung bietet und die gleichzeitig die üblichen situativen Abwägungen vermeidet.
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ProDoc "Text und Normativität" (TeNOR)
Prof. Dr. Michele Luminati, Prof. Dr. Paolo Becchi, Dr. Nikolaus LinderDas ProDoc TeNOR ist ein vom SNF finanziertes, dreijähriges Doktorandenausbildungsprogramm der Universitäten Luzern und Bern. Es ist ein interuniversitäres, interfakultäres und interdisziplinäres Ausbildungs- und Weiterbildungsprogramm für Graduierte unterschiedlicher Disziplinen. Das ProDoc TeNOR besteht aus Forschungsmodulen (FM) und Ausbildungsmodulen (AM), ist als Graduiertenkolleg ausgestaltet und in den Forschungsschwerpunkt (FSP) TeNOR («Text und Normativität») eingebettet. Am 1. Februar 2010 ist es mit fünf «Candocs» gestartet, wie die Doktorierenden genannt werden, die im Rahmen dieser Form der strukturierten Doktorandenausbildung ihre Dissertationen
verfassen. Die sechste Doktorandenstelle, die bereits bewilligt wurde, wird auf 1. Juli 2010 besetzt, weitere vier FMs sind am 1. März 2010 beim SNF eingereicht worden. Jedes dieser Forschungsmodule umfasst auch eine Doktorandenstelle, so dass die Anzahl Candocs auf die maximal in einem ProDoc erlaubte Zahl von zehn steigen könnte. Unter den Eingaben befindet sich auch eine in der Disziplin Rechtswissenschaft, welche von Prof. Paolo Becchi eingegeben wurde mit dem Titel «Säkularisierung und Transzendenz in den Rechtstexten der Moderne». Bereits gestartet ist hingegen das Forschungsmodul von Prof. Michele Luminati mit dem Titel «Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der schweizerischen Rechtstradition». In dessen Rahmen werden zwei Dissertationen betreut mit Fragestellungen aus den folgenden zwei Themenbereichen: «Schrift und Schriftlichkeit in der Rechtspraxis eidgenössischer Gebiete in der Frühen Neuzeit» und «‹Altes Herkommen› im Kodifikationszeitalter (19. Jahrhundert): die kantonale Rechtspraxis zwischen Gewohnheitsrecht und Kodifikation».
Ziel des Programms ist die Ausbildung und Förderung von hochqualifizierten Doktorierenden und Habilitierenden, die Stärkung der fächerübergreifenden Forschungskompetenz
zugunsten ausgezeichneter wissenschaftlicher Resultate auf den Spezialgebieten der angeschlossenen Forschungsmodule sowie eine Verkürzung der Promotionsdauer.
Weitere Informationen zum ProDoc TeNOR finden Sie hier.
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Justizgeschichte des Schweizerischen Bundesstaates: Justizelite zwischen Recht und Politik, 1848-1998
Prof. Dr. Michele LuminatiDie zunehmende Bedeutung der Justiz in der globalisierten Welt hat zu einem beträchtlichen Aufschwung der Justizforschung und Justizgeschichte geführt. Eine markante Lücke besteht allerdings in Bezug auf die Schweiz. Mit diesem Forschungsprojekt sollen die Grundlagen für eine langfristige, methodisch abgesicherte und international vernetzte Beschäftigung mit der Geschichte der Justiz im schweizerischen Bundesstaat geschaffen werden.
Ein erster Schwerpunkt liegt bei der rechts- und sozialgeschichtlichen Untersuchung des Schweizerischen Bundesgerichts. Auf der Grundlage einer prosopographischen Datenbank wird ein biographisches Lexikon der Bundesrichterinnen und Bundesrichter für die Periode 1848 – 2008 erstellt. Parallel dazu erfolgt eine multifaktorielle Analyse der gesammelten Daten, die Aufschluss über die Dynamik des Justizfeldes und die Entwicklung der schweizerischen Justizelite geben soll.
Ein zweiter Schwerpunkt bildet die Frage nach den Wechselwirkungen zwischen Rechtsprechung und Gesetzgebung in der Schweiz. Insbesondere wird der Umgang des Schweizerischen Bundesgerichts mit den grossen Kodifikationen (OR, ZGB und StGB) untersucht. In diesem Zusammenhang stellen sich etwa folgende Fragen: Was bedeutet Gesetzesbindung und Umsetzung des gesetzgeberischen Willens? Wie werden Konflikte zwischen unterschiedlichen (kantonalen) Rechtsprechungstraditionen gelöst?
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La città nascosta: Noto barocca
Prof. Dr. Michele LuminatiAus der zufälligen Begegnung mit dem Archäologen Lorenzo Guzzardi ist eine über mehrere Jahre währende Kooperation zur systematischen Aufarbeitung der Entstehungsgeschichte der sizilianischen Barockstadt Noto, die mittlerweile von der UNESCO zum Weltkulturgut deklariert worden ist, entstanden.
Exemplarisch wird dabei das Phänomen von Zerstörung – Verschiebung – Wiederaufbau einer Stadt im Barockzeitalter untersucht und zwar durch Kombination von archäologischer und archivalischer Ausgrabung. Textuelle und räumliche Dimension eines hochkomplexen und konfliktuellen Entstehungsprozesses werden dabei sichtbar. Der Städtebau erfolgt auf dem Hintergrund rechtlicher und sozio-ökonomischer Strukturen und ist gleichzeitig durch Morphologie und natürliche Gegebenheiten des Standortes und durch vorbestehende Siedlungselemente beeinflusst. Gegenüber den bisherigen städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Ansätzen, die sich vorwiegend mit der Monumentalität der Stadt beschäftigen, bringt das Projekt die versteckten, «zugedeckten» Dimensionen der Stadtgeschichte zum Vorschein.
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Augen der Rechtsgeschichte
Prof. Dr. Michele LuminatiSeit 1998 besteht eine internationale Arbeitsgruppe von Rechtshistorikerinnen und Rechtshistorikern, die sich mit methodischen Fragen des eigenen Fachs beschäftigt. Um der Gefahr vorzubeugen, die geisteswissenschaftlichen Methodendebatten notorisch anhaftet – dem Abgleiten in allzu abstraktes und dann praktisch mehr oder weniger folgenloses Räsonnieren – sind stets «konkrete Werkstücke» zum Gegenstand der Tagungen und Publikationsprojekte der Arbeitsgruppe gemacht worden. Bisher wurde über reflektierte und unreflektierte methodische Prämissen (Bonn 2000), über rechtshistorische Fallstudien (Luzern 2003), didaktische Aufarbeitung anhand von rechtshistorischen Fällen (Mannheim 2005) und Rezensionskultur (Münster 2007) debattiert. Das nun laufende Projekt beschäftigt sich mit rechtshistorischen Begriffen: Nach welchen Kriterien lässt sich ein rechtshistorischer Kernbegriff definieren und wie kann konkret ein solcher Begriff erarbeitet und dargestellt werden?
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Lehrbuch Europäische Verfassungsgeschichte
Prof. Dr. Michele Luminati (zusammen mit Prof. Dr. Axel Tschentscher, Universität Bern)Mit diesem Lehrbuch sollen wichtige Entwicklungslinien der europäischen Verfassungsgeschichte aufgezeigt werden. Dabei wird exemplarisch vorgegangen: Für die frühen Dokumente der Rechtsverbürgungen hoheitlicher Gewalt gegenüber einzelnen Bürgern gilt die britische Geschichte als geeigneter Darstellungsbereich. Für den Fortgang zur demokratischen Regierungsform sind sodann die revolutionären Entwicklungen in Amerika und Frankreich unverzichtbar. Aus der französischen Revolution folgt im unmittelbaren Anschluss die schweizerische verfassungsgeschichtliche Entwicklung bis zum heutigen Bundesstaat, die den besonderen regionalen Schwerpunkt dieses Buches bildet. Kontrastierend kann ihr die Geschichte des Deutschen Reiches gegenübergestellt werden. Als europäische Querschnittsentwicklungen dienen schliesslich die Analyse totalitärer Regimes sowie die Darstellung der Entwicklung zu einer europäischen Verfassung.
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