Forschungskooperation Universität Basel, Universität Luzern, ETH Zürich, im Rahmen von eikones NFS Bildkritik/NCCR Iconic Criticism (Basel), 1.10.2009 -30.9.2013.
Cluster 3: Bildwissen und sozialer Sinn
Cornelia Bohn (Universität Luzern), Michael Hagner (ETH Zürich)
Das Cluster „Bildwissen und sozialer Sinn“ fügt einer Grundfrage des Forschungsschwerpunktes Eikones eine weitere Perspektive hinzu und eröffnet damit einen neuen Fragehorizont auch in der Bildforschung: Die Frage, wie Bilder Sinn erzeugen, wird modifiziert und erweitert durch die nur scheinbar selbstverständliche Ergänzung, wie Bilder an der Herstellung sozialen Sinns beteiligt sind, und umgekehrt, wie sozialer Sinn an der Herstellung von Bildern beteiligt ist. Eng damit verknüpft ist die Frage, wie das Verhältnis von Bild und Wissen präziser zu fassen wäre. Wir gehen davon aus, dass Bildpraktiken – dazu zählen Generierung und Deutung von Bildern sowie die bildhafte Strukturierung von Handlungs- und Erkenntniszusammenhängen – immer mit Wahrnehmung als sinnesphysiologischer Operation zu tun haben und gleichzeitig das Ergebnis von Erfahrung, Urteil, Konventionen, Regeln und spontanen Intuitionen darstellen. Wie aber kommen einerseits Genese und Verstehen und andererseits gleichsinniges Wahrnehmen und gleichsinniges Bilderleben zustande.
Teilprojekt: Sichtbares und unsichtbares Geld. Geldtheorie trifft Bildtheorie
Cornelia Bohn, Il-Tschung Lim, Leon Jesse Wansleben (Universität Luzern)
Wenn Bildwissen als verbindliches Wissen jenseits aller propositionalen Artikulation generiert und etabliert wird, geht es darum, wie dieses systematische Problem in bestimmten historischen Erkenntnis- und Diskurskonstellationen gesehen und in unterschiedlichen sozialen, medialen und kulturellen Kontexten behandelt und “gelöst” wird. In dezidiert sozialtheoretische Perspektive wird der methodischen Platzierung und Beobachtung der Bildpraxis in sozialen Kontexten Rechnung getragen. Bilder stiften Sinn, Erkenntnis, Bedeutung und Bedeutungsüberschüsse „in situ“, in kulturellen Formationen, in zeitlich-historischen Kontexten, in ausdifferenzierten Sinnhorizonten, und sie sind, so die Annahme, an der Ausdifferenzierung solcher Systeme zur Erzeugung von Sinndifferenzen selbst beteiligt. Die in den Sozialtheorien zumeist vernachlässigte Bildfrage wird in dem Teilprojekt in exemplarischer und systematischer Absicht verfolgt. In vergleichender Perspektive mit anderen gesellschaftlichen Sinnhorizonten (Wissenschaft, Kunst, Politik) soll am Beispiel der Ökonomie die Dimension des Bildlichen für historische und zeitgenössische Semantikanalysen ausgelotet werden.
http://www.eikones.ch/


