Veranstaltungen
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Herbsttagung «Texte und Autoritäten, Autorität der Texte»
- Wissenschaftliche Tagung
- 14.-16.9.2011
- Universität Luzern
- Vom 14. bis 16. September findet an der Universität Luzern die diesjährige Herbsttagung statt. Sie trägt den Titel «Texte und Autoritäten, Autorität der Texte». Zuhörerinnen und Zuhörer sind herzlich willkommen.
Vom 14. bis 16. September findet an der Universität Luzern die jährliche Tagung des interfakultären Forschungsschwerpunkts TeNOR statt. Sie trägt den Titel «Texte und Autoritäten, Autorität der Texte». Zuhörerinnen und Zuhörer sind herzlich willkommen.
Die Leitfrage des Forschungsschwerpunkts lautet: Wie ist es zu erklären, dass Normen zu Texten und dass Texte zu Normen werden? Unter welchen gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen vollziehen sich die Textualisierung von Normen und die Normierung von Texten? Diese Leitfrage lässt sich in mehrere Richtungen entfalten:- Texte unterliegen Normativität, indem der reproduzierende, rituelle, interpretierende Umgang mit ihnen Regeln unterworfen ist, nach deren Massgabe zwischen korrektem und inkorrektem Umgang unterschieden wird: Was zeichnet dann solche Regeln aus, und wie entstehen sie?
- Texte transportieren Normativität, wenn ihr Gehalt konstitutive oder regulative Regeln sind, die den Status und das Verhalten von Institutionen, sozialen Gruppen und Individuen festlegen: Wie entsteht diese ’innere’ Normativität, was hat es mit Kanonisierung von Texten und Textkorpora auf sich?
- Normativität kommt Texten zu, sofern ihnen eine bestimmte Autorität eingeschrieben ist bzw. in Form sozialer Praxen übertragen wird: Worin besteht diese Autorität? Wie werden Texte zu ’autoritativen’ Texten? Und: Welche Autoritäten bestimmen ’den’ Text?
Die erste im Rahmen von TeNOR veranstaltete Tagung im Herbst 2009 befasste sich mit (1) und stand unter dem Titel «Spielräume und Grenzen der Interpretation. Theologie, Philosophie und Rechtswissenschaft im Gespräch». Die Tagung 2010 war (2) gewidmet und trug den Titel «Kanon und Kanonisierung».
Die diesjährige Tagung stellt nun den dritten Aspekt ins Zentrum. In der Auseinandersetzung mit den gegenläufigen Befunden, wonach Normen einerseits mündlich oder schriftlich textualisiert werden können, Texte andererseits selbst normative Kraft gewinnen – etwa durch Kanonbildung – stellt sich die Frage, wie sich der Geltungsanspruch einer Norm zur Form ihrer Textualisierung verhält. Was verleiht im Falle der Mündlichkeit Autorität, was im Falle der Schriftlichkeit? Und wie lassen sich in beiden Fällen Prozesse der Kanonisierung beschreiben? Aber nicht nur die Genealogie von Normen interessiert hier, es geht auch um ihre Kritik, denn gerade in der Wechselwirkung von Text und Norm relativiert sich die ,Autorität’ beider.
«Texte und Autoritäten, Autorität der Texte» ist die erste wissenschaftliche Tagung im neuen Hörsaalgebäude der Universität an der Frohburgstrasse 3. Sie findet vom 14. bis 16. September dort und in der Bibliothek der Stiftung Werner Oechslin in Einsiedeln statt.
